Ratgeber Physiotherapie
Physiotherapiepraxis findet keine Mitarbeiter: Was jetzt wirklich hilft
Wie groß ist das Problem?
Der Fachkräftemangel in der Physiotherapie ist kein Gefühl, sondern messbar. Laut Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) haben im Schnitt 73 Prozent der Physiotherapiepraxen offene Stellen, pro Praxis fehlen rechnerisch 1,7 Mitarbeiter.
Die Bundesagentur für Arbeit meldet für 2025 eine durchschnittliche Vakanzzeit von 304 Tagen für Physiotherapie-Stellen, 24 Tage mehr als im Vorjahr. Auf einen arbeitslosen Physiotherapeuten kommen 2,61 offene Stellen. Wer nur auf Bewerbungen von Arbeitsuchenden wartet, wartet deshalb oft sehr lange.
Warum kommen keine Bewerbungen?
Die meisten Physiotherapeuten sind angestellt und suchen nicht aktiv. Sie lesen keine Stellenanzeigen, wären aber für eine bessere Stelle in ihrer Nähe offen. Typische Gründe, warum Anzeigen ins Leere laufen:
- Die Anzeige erreicht nur die kleine Gruppe der aktiv Suchenden.
- Viele Anzeigen klingen gleich und zeigen nicht, was die Praxis besonders macht.
- Die Bewerbung ist zu aufwendig, etwa mit Anschreiben und Lebenslauf.
- Die Rückmeldung dauert zu lange, Interessenten springen wieder ab.
Was hilft kurzfristig?
- Das Arbeitgeberangebot konkret machen: Arbeitszeitmodelle, Fortbildungen, Team, Ausstattung und, wo möglich, das Gehalt.
- Die Bewerbung vereinfachen: wenige Fragen statt Anschreiben, Kontakt per WhatsApp oder Telefon.
- Schnell reagieren: Bewerber innerhalb eines Werktags kontaktieren.
- Mitarbeiterempfehlungen mit einer Prämie belohnen.
- Wechselbereite Therapeuten dort ansprechen, wo sie privat unterwegs sind: mit regionalen Anzeigen auf Instagram und Facebook.
Selbst machen oder eine Agentur beauftragen?
Regionale Social-Media-Anzeigen kann eine Praxis grundsätzlich selbst schalten. In der Praxis scheitert das oft an der Zeit: Anzeigen müssen erstellt und auf den richtigen Umkreis ausgerichtet werden, jede Bewerbung braucht eine schnelle Vorauswahl, und wer nicht reagiert, muss nachgefasst werden. Diese Arbeit fällt meist nach dem letzten Patienten an. Hanna Blömer von Gelenkich in Dinslaken hatte vor der Zusammenarbeit mit TheraTalent selbst Anzeigen auf Instagram geschaltet, die Reichweite reichte aber nicht aus.
Ein Headhunter übernimmt die Suche komplett, berechnet dafür aber üblicherweise 20 bis 30 Prozent des Jahresgehalts pro Einstellung. Eine spezialisierte Recruiting-Agentur wie TheraTalent arbeitet stattdessen mit einem festen, einmaligen Honorar plus Werbebudget. In der Laufzeit kann die Praxis so viele Therapeuten einstellen, wie sie möchte.
Wer hilft Physiotherapiepraxen bei der Mitarbeitersuche?
- Headhunter und Personalvermittler: übernehmen die Suche, Abrechnung meist als Provision pro Einstellung.
- Stellenportale und Fachportale: erreichen vor allem aktiv Suchende, Vorauswahl liegt bei der Praxis.
- Stellenbörsen der Berufsverbände: zum Beispiel die Stellen- und Nachfolgebörse des IFK.
- Spezialisierte Social-Recruiting-Agenturen: erreichen auch wechselbereite Therapeuten. TheraTalent ist ausschließlich auf Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie spezialisiert und hat mehr als 300 Einrichtungen begleitet.
Was andere Praxen erreicht haben
- Physio Ergo im ländlichen Wiedensahl (937 Einwohner) stellte zwei Physiotherapeuten in Vollzeit in fünf Wochen ein.
- Körperarbeit in Leipzig erhielt nach erfolglosen Stellenanzeigen am ersten Tag drei Bewerbungen und stellte nach fünf Tagen ein.
- Physiofit Vajcek in Erlensee stellte nach der Kündigung aller Mitarbeiter innerhalb von 14 Tagen eine Physiotherapeutin ein.
Das sind einzelne Kundenprojekte. Ergebnisse hängen von Region, Stelle und Arbeitgeberangebot ab.